Grenouilles Jugend

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19 Nov 2010

Am 17. Juli 1738 wird Grenouille von seiner als Fischhändlerin tätigen Mutter unter einem Schlachttisch auf einem Pariser Fischmarkt am Friedhof Cimetière des Innocents zur Welt gebracht, dem seinerzeit schmutzigsten und stinkendsten Ort von Paris. Da sie der Meinung ist, Grenouille sei wie frühere Kinder eine Totgeburt, beabsichtigt sie, ihn mitsamt den Fischresten in der Seine zu entsorgen. Grenouille stößt allerdings einen derart durchdringenden Schrei aus, dass Passanten auf ihn aufmerksam werden und er dadurch gerettet wird. Seine Mutter wird wegen Kindsmords zum Tode verurteilt und enthauptet.

Bereits als kleines Kind verfügt Grenouille über die Gabe, Düfte jeglicher Art in sich aufzunehmen und in seinem Gedächtnis zu speichern. Er selbst hingegen besitzt keinen eigenen Körpergeruch.

Im weiteren Verlauf wird er von Amme zu Amme gereicht, denn niemand will das Baby aufnehmen, „das nicht riecht, wie Kinder zu riechen haben“ und das „die Ammen leergepumpt hat bis auf die Knochen“. Die Amme Jeanne Bussie behauptet sogar, er sei vom Teufel besessen und gibt ihn der Kirche, die sich mittlerweile um den Fall kümmert, wieder zurück. Pater Terrier nimmt ihn entgegen und beschließt nach nur wenigen eigenen negativen Erfahrungen mit „diesem unerträglichen Kind“, es in ein Waisenhaus „weit nach Osten“ zu geben, zu einer Madame Gaillard. Nachdem er den Säugling losgeworden ist, „entschläft“ er friedlich und zufrieden.

Madame Gaillard ist eine Frau, die durch das Aufziehen von Waisenkindern ihren Lebensunterhalt bestreitet. Da sie seit ihrer Kindheit über keinen Geruchssinn und auch über kein Gefühl der menschlichen Wärme oder Liebe verfügt, kann sie seinen fehlenden Geruch nicht bemerken. Grenouille wächst trotz schlechten Essens und fehlender Liebe heran. Jedoch ist Grenouille bereits als Baby den anderen Waisenkindern mehr als nur unheimlich. So versuchen sie mehrmals, ihn zu ersticken, jedoch schlagen alle Versuche fehl. Außerdem hat Grenouille bis in sein Jugendalter hinein Probleme mit dem Sprechen sowie mit dem Verständnis abstrakter Begriffe wie z. B. „Gott“ und gibt deswegen lange Zeit keinen Ton von sich. Die Tatsache, dass sein erstes Wort „Fische“ lautet, zeigt schon hier den Einfluss seiner besonderen Gabe auf sein Denken. Bereits in früher Kindheit stellt er fest, dass ihn seine Gabe von anderen Menschen unterscheidet und er beschließt, so viele Gerüche wie nur möglich in sich aufzunehmen und für sich zu bewahren − allerdings unterscheidet er noch nicht zwischen guten und schlechten Gerüchen.

Im Alter von acht Jahren wird Grenouille von Madame Gaillard an einen Gerber verkauft, da für Grenouille keine Zahlungen der Kirche mehr kommen. Gaillard stirbt später verarmt. Grenouille überlebt die Arbeit beim Gerber Grimal, die kaum jemand lange verrichten kann, dank seiner angeborenen Zähheit und Widerstandsfähigkeit; er wird oft mit einem „Zeck“ verglichen. In seiner Freizeit, die er sich erarbeitet hat, sucht der Junge in der ganzen Stadt nach Düften. Am 1. September 1753 sucht Grenouille während des Thronjubiläums des Königs nach neuen Düften, findet jedoch zunächst keine. Später jedoch läuft er fasziniert von einem ihm völlig unbekannten, atemberaubenden Duft, den er unbedingt erfassen muss, durch die Straßen, bis er schließlich den Ursprung des Duftes erreicht: ein junges Mädchen. Er traut seiner Nase das erste Mal in seinem Leben nicht, weil er nicht glauben kann, dass solch ein Geruch von einem Menschen ausgehen kann, denn diese stinken für gewöhnlich. In der Absicht, diesen einen Geruch für immer zu bewahren, bringt er das Mädchen um. Doch er muss verzweifelt feststellen, dass er keine Möglichkeit hat, den Duft des Mädchens aufzunehmen, außer in seinem Gedächtnis, denn er verflüchtigt sich mit ihrem Tod. Er erkennt, dass er lernen muss, einen Geruch für immer aufzubewahren, und so wird er sich von diesem Moment an sein restliches Leben lang nach diesem Geruch sehnen und eine Möglichkeit suchen, ihn zu konservieren. Diese Gier ist so stark, dass sie ihn zum Überleben zwingt.

Als er eines Abends Lederhäute des Gerbers an den Parfümeur Baldini liefern soll, sieht er seine Chance, endlich einen Lehrmeister zu bekommen und demonstriert ihm auf eindrucksvolle Weise seine Fähigkeiten im Umgang mit Düften. Baldini kauft dem Gerber Grimal seinen neuen Lehrling ab. Nachdem Grimal mit einigen Flaschen Alkohol dieses Geschäft gefeiert hat, ertrinkt er in der Seine. Baldini lässt Grenouille bei sich arbeiten, ohne dass bekannt wird, dass Grenouille die Parfüms herstellt. Der Junge mischt ihm immer neue, exzellentere Parfüms und macht Baldini zu einem reichen Mann. Im Gegenzug lehrt dieser Genouille verschiedene Verfahren und Techniken, Düfte herzustellen. Doch als er in dem Glauben, er wisse nun, wie man Düfte konserviert, auch versucht, den Duft von Dingen wie Eisen oder Glas einzufangen, versagt die ihm bekannte Technik der Destillation. Diese Erfahrung trifft ihn sehr hart, er zieht sich zurück und erkrankt an den Pocken, auch Blattern genannt. Der beste Arzt von Paris hat ihn schon für verloren erklärt, aber als Grenouille auf dem Sterbebett liegend erfährt, dass er in Grasse noch andere Duftgewinnungsverfahren als das Destillieren erlernen könne, wird er binnen kurzer Zeit wieder gesund und reist, als ihm Baldini im Frühjahr 1756 einen Gesellenbrief gibt, in Richtung der Hauptstadt der Duftkreationen, von dem Gedanken besessen, die ihm liebsten Düfte zu konservieren und für die Ewigkeit festzuhalten. Nach Erhalt des Gesellenbriefes verlässt Grenouille Paris. Noch in der Nacht nach Grenouilles Abreise stürzt das Haus Baldinis auf der Pont au Change mit dem schlafenden Parfümeur in den Fluss.

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