Über Missgeschicke, Tolpatsche & mehr…
In: Allgemein
15 Jan 2010Ich hatte Thomas zwar erst vor einem Jahr kennen gelernt, aber wir waren uns beide unheimlich sicher, dass wir beide auf jeden Fall zusammen gehören. Er lud mich in das feinste Restaurant der ganzen Stadt ein und wir aßen ein hervorragendes 5 Gänge Menü, als er mir beim Dessert auf Knien einen Antrag machte. Ich sah in seine wunderschönen braunen Augen und konnte nichts anderes sagen als „Ja“. Am nächsten Tag sagten wir es erst meinen und anschließend seinen Eltern. Die nächsten Wochen gab es kein anderes Thema, als die Hochzeit. Sie sollte pompös und romantisch werden und alle unsere Freunde sollten Teil der Feier sein und sehen, wie glücklich wir beide miteinander sind.
Ich war bereits vollkommen mit den Vorbereitungen für meine baldige Hochzeit beschäftigt, als meine beste Freundin Katharina mir offenbarte, dass die Mädels einen Jungesellinnenabschied in der Nacht vor der Trauung für mich geplant hatten. Im Prinzip halte ich nicht sehr viel von solchen Partys aber ich konnte mich wehren, soviel ich wollte, Katharina ließ nicht ab und so musste ich mich wohl oder übel meinem Schicksal fügen. Desto näher der Abend kam, umso mehr freundete ich mich auch mit dem Gedanken an. Es ist ja im Grunde auch nichts verwerfliches dabei, sich noch einmal so richtig zu vergnügen, und Katharina hatte sogar einen Stripper beauftragt! Also feierten wir, was das Zeug hielt.
Es gab jede Menge Prosecco, lustige Geschenke, Geschichten und was so ein Abschied halt alles mit sich führte. Katharina hatte Musik an und wir lachten und scherzten ohne Ende. Dann klingelte es an der Tür und da ich fest davon überzeugt war, dass das jetzt der Stripper sein musste, rannte ich zur Tür (ich hatte schon ein wenig zu viel Prosecco getrunken) und freute mich sichtlich, als ein Polizist vor der Tür stand. Freundlich bat ich ihn rein. Noch bevor er sein Anliegen sagen konnte, stellte Katharina die passende Musik an und ich fing an, dem Polizisten die Kleider vom Leib zu reißen und meine Freundinnen machten fleißig mit.
Nur leider war das gar nicht der bestellte Stripper, sondern tatsächlich ein wirklicher Streifenpolizist, dessen Kollege noch im Treppenhaus stand, weil die Nachbarn sich über die Lautstärke beschwert hatte. Der Polizist nahm mich zur Ausnüchterung mit auf die Wache, wo mich dann am nächsten Morgen mein noch nicht Ehemann abholen durfte. Meine Einstellung zu Jungesellinnenabschieden hat sich noch verstärkt und ich werde an einer solchen Feier mit entschiedener Sicherheit nicht mehr teilnehmen und der Geschmack auf einen Stripper ist mir seit diesem Malör auch komplett entgangen. Geheiratet haben wir natürlich trotzdem, aber seitdem muss ich mir bei jeder Familienfeier, die Geschichte anhören, wie ich einem Polizisten die Kleider vom Leib gerissen habe, weil ich dachte das wäre ein Stripper!
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